Prof. Dr. Heidrun Thaiss

Frau Prof. Dr. Heidrun M. Thaiss wurde in Süddeutschland geboren und studierte dort in Ulm, Freiburg und Karlsruhe Rechtswissenschaften und Humanmedizin. Sie promovierte, machte ihre Facharztausbildung zur Kinder- und Jugendärztin und begann nach klinischen und wissenschaftlichen Tätigkeiten in Freiburg die Arbeit in mehreren Gesundheitsdiensten in verschiedenen Bundesländern. Hier Dort ergänzte sie ihre wissenschaftlichen, theoretischen und praktischen Vorerfahrungen durch die Arbeit vor Ort mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung und sozialer Lebenslagen.

Danach war Frau Prof. Dr. Heidrun Thaiss im schleswig-holsteinischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung tätig und hatte dort unter anderem die Leitung der interministeriellen Leitstelle Prävention und Gesundheitsförderung inne.

Von Februar 2015 bis Januar 2021 war sie die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), einer Ressortforschungseinrichtung und Fachbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

Seit März 2020 lehrt und berät Frau Prof. Dr. Thaiss im Rahmen einer Honorarprofessur an der TU München im Fach Health Promotion und Präventiver Pädiatrie an der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften.

Frau Prof. Dr. Heidrun Thaiss hat durch ihre jahrelangen vielfältigen Berufserfahrungen an der Universität, in Klinik und Praxis, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und der Politik auf kommunaler, Landes- und Bundesebene nicht nur theoretische Kenntnisse in der Medizin und insbesondere in Prävention und Gesundheitsförderung vorzuweisen, sondern auch vielfältige praktische Erfahrungen als Kinder- und Jugendärztin sammeln können. Wir freuen uns daher sehr, ein Interview mit Fr. Prof. Dr. Thaiss zu führen, um ihren Weg in die Gesundheitsförderung und ihren beruflichen Alltag näher kennenzulernen.

Ebenfalls sind wir gespannt einen privaten Einblick in die Person hinter der ehemaligen Leitung der BZgA zu erhalten.

 

Blitzfragerunde

Online-Shopping oder Einzelhandel?
Immer Einzelhandel, es geht um das haptische Erleben und insbesondere die Stärkung der kleinen und mittleren Geschäfte.
Kaffee oder Tee?
Ganz klar Kaffee, rund um die Uhr und auch hier- variatio delectat.
Restaurant oder Lieferdienst?
Restaurant bevorzugt, das gesellschaftliche Erlebnis und die Stärkung der Gastronomen auch hier (fragen Sie meinen Italiener 😉)
Buch oder Hörbuch?
Haptisches Erleben, Mobilität, Druckversion, am besten handlich. Aber gerne auch Folianten in all ihrer Schönheit.

Interview

Persönlicher Einstieg

Man findet abgesehen von Ihrer Tätigkeit bei der BZgA nur wenige persönliche Informationen über Sie. Wie stehen Sie zum Gebrauch von Social Media im privaten Leben?

 

“Digitale Technologien und „neue“, inzwischen etablierte Medien, sind als Instrumente zum Austausch und zur Vernetzung in unserem Alltag überhaupt nicht mehr wegzudenken. Nicht nur zur schnellen Kommunikation mit dem Gegenüber oder über Grenzen hinweg nützlich, dienen sie natürlich auch der gezielten und raschen Information. Ich freue mich sehr, dass ich gerade in Pandemiezeiten wenigstens über Kommunikationstools den Kontakt zu meinem Sohn und seiner Familie in den USA aufrechterhalten kann.

 

Digital devices sind auch sinnvoll in der Diagnostik und Therapie von Erkrankungen, z. B. in der kontinuierlichen Blutzuckermessung und der Insulinapplikation über die transdermale Pumpe. Lebensrettend können Apps zum Beispiel auch in der Laienreanimation sein.

 

Als Kinder- und Jugendärztin ist mir aber auch wichtig, auf die Risiken hinzuweisen. Exzessive Nutzung in vielfältiger Weise kann bei Kindern und Jugendlichen zur Sucht führen. Und die Auswirkungen und Langzeitfolgen auf das frühkindliche Bonding, wenn Mütter durch ihre Digitalgeräte abgelenkt sind, kennen wir überhaupt noch nicht.”

 

Falls Sie möchten, würden Sie uns etwas über sich selbst als Privatperson erzählen (Eine nette Geschichte, etwas über Ihre Hobbies o.ä.)?

 

“Ich würde mich als ausgeprägten Familienmenschen bezeichnen und habe immer versucht, Familie (mit drei kleinen Jungs) und berufliche Aktivitäten zu vereinen. In der (wenigen) Freizeit beschäftige ich mich mit Büchern (Krimis, Kochbücher- passiv und Lyrik- aktiv, noch unveröffentlicht). Und ich liebe Musik Klassik, Soul und Pop, auch ganz neue Handmade- Singersongwriter- Stücke.”

 

Was war Ihr liebstes Schulfach? Welches Fach haben Sie nicht gemocht? Was wollten Sie werden, als Sie jung waren?

 

“Mein Favorit war in allen Klassenstufen Deutsch, dank meiner geduldigen und exzellenten Lehrer*innen, die mir die nationale und internationale Literatur in einer außergewöhnlichen Breite vermittelt und damit Lust auf mehr gemacht haben.

 

Weniger begeistert war ich von Physik und Chemie in Teilen und am Ende auch Latein- den Gallischen Kriegen konnte ich partout nichts abgewinnen.

 

Ich wollte immer Ärztin werden; unser Hausarzt (sinnigerweise ein Dr. Mors), mein Kinderarzt und vor allem mein Zahnarzt, den ich regelmäßig besuchen musste, haben nachhaltigen Eindruck hinterlassen.”

Lebenslauf und Arbeitsschwerpunkte

Ihre Studien haben Sie an Universitäten in Freiburg, Karlsruhe und Ulm absolviert. Sind Sie auch in Süddeutschland aufgewachsen? Wie sind Sie zum Studium in diesen Städten gekommen?

 

“Ja, ich bin in Süddeutschland großgeworden, mit internationalen Wurzeln. Meine Eltern waren Kosmopoliten. Bei der Wahl der Universitäten war mir stets wichtig, Fakultäten mit Tradition einerseits, aber auch die Möglichkeit zum Studium generale zu finden. Ich habe eine klassische humanistische Bildung genossen, da war es selbstverständlich, neben den Studienfächern auch anderen Interessen nachgehen zu können.”

 

Sie haben klassich Humanmedizin studiert – aber auch Rechtswissenschaften. Wie sind Sie zu dieser Kombination gekommen und was hat Sie daran am meisten interessiert?

 

“Ich war nach einer breiten humanistischen, mehrsprachlichen Ausbildung vielseitig interessiert und habe daher Rechtswissenschaften und Medizin studiert, ein geistes- und ein naturwissenschaftliches Fach, die sehr unterschiedlich sind. Beiden ist am Ende jedoch gemein, dass sie im Kern das Wohlergehen der Menschen im Blick haben, in faszinierenden Ordnungssystemen. Und mit großer Freude habe ich im russischen Chor der Uni gesungen.”

 

Sie haben lange Zeit im öffentlichen Gesundheitsdienst gearbeitet. Welche der dort gesammelten Erfahrungen haben Sie bei Ihrer Arbeit in der BZga weitergebracht?

 

“Die Zeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) verschiedener Bundesländer in unterschiedlichen Funktionen war extrem bereichernd. Die theoretischen und praktischen Kenntnisse aus Studium, Facharztausbildung, klinischer und wissenschaftlicher Tätigkeit konnte ich allesamt einbringen und daneben in der praktischen Arbeit mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Bildung und sozialer Lebenslage neue wertvolle Erfahrungen sammeln. Ich habe in dieser Zeit ungefähr 20.000 Kinder untersucht und dabei ihre Familien kennenlernen dürfen – ein Aus- und Querschnitt unserer Gesellschaft und damit ein großes Geschenk. Hinzu kommen die unterschiedlichen Funktionen des ÖGD, amtsärztlicher, sozialpsychiatrischer, kinder- und jugendärztlicher Bereich und der Infektionsschutz. Alle sehr nah am Menschen, interdisziplinär aufgestellt und eng vernetzt mit weiteren Bereichen der Kommunalverwaltung wie Bildung, Jugend und Soziales und in vielfältigen Kooperationspartnerschaften in der Kommune, im Land und zur Bundesebene. All diese Kenntnisse, Erfahrungen und Netzwerke waren extrem hilfreich für die Tätigkeit bei der BZgA.”

Gesundheitsförderung

Haben Sie zu Beginn Ihres Studiums bereits gewusst, dass Sie sich vor allem mit Prävention und Gesundheitsförderung beschäftigen wollen?

 

“Zu Beginn des Studiums war ich offen, wohin die Reise gehen könnte. Die Kombination von Jura und Medizin führt einen ja eher in die Rechtsmedizin. Ich hatte aber größeres Interesse an Lebenden als an Toten. Mit Beginn der Facharztausbildung in der Pädiatrie war aber bereits klar, dass Prävention ein essenzieller Bestandteil meiner ärztlichen Tätigkeit sein würde. Und seither zieht sich Gesundheitsförderung wie ein roter Faden durch meine Biografie.”

 

Welchen Stellenwert hatten Gesundheitsförderung und Prävention in der Gesellschaft, als Sie studierten?

 

“Auch in den 80er Jahren gab es bereits die Trimm-Dich-Bewegung, ein Beispiel für den damals sehr verhaltensorientierten Ansatz, aber schon beginnend mit einem Blick auf unterstützende gesundheitsförderliche Settings. Mit der Ottawa- Charta 1986 wurde dann erstmals der Einfluss der Lebensverhältnisse stärker anerkannt. Der noch in den 60er und 70er Jahren dominierende und sehr themenzentrierte belehrende pädagogische Ansatz („wer die biologischen Fakten kennt, wird sich schon entsprechend gesundheitsförderlich verhalten“, zusammen mit dem erhobenen Zeigefinger „Du sollst, Du darfst nicht“) änderte sich zunehmend zu einem eher informierenden, empowernden und Resilienz fördernden Präventionsstil auf Augenhöhe.”

 

Sie sprechen in Interviews häufig vom Paradigmenwechsel im Bereich der Prävention. Was hat sich Ihrer Meinung hier im Vergleich zu früher schon verändert? Was muss sich auf jeden Fall noch stärker verändern?

 

“Wenn wir die Säulen im Leistungsspektrum unseres Gesundheitswesens und die entsprechenden finanziellen Aufwendungen betrachten, fokussieren wir immer die gesundheitlichen Folgen vom Ende her, also aus dem Blickwinkel der Kuration, gelegentlich der Rehabilitation. Zielführender wäre es, nicht zuletzt auch aus ökonomischen Gründen, die präventiven Potentiale in den Blick zu nehmen und nicht erst dann zu handeln, wenn „das Kind in den Brunnen gefallen ist“.

 

Dieser Paradigmenwechsel von der Kuration hin zur Prävention ist – solange dieser Anteil nur 4% der Gesundheitsausgaben ausmacht – auch sechs Jahre nach dem Inkrafttreten des Präventionsgesetzes bisher nur ansatzweise gelungen. Hier haben wir noch einen weiten Weg vor uns.”

 

Im Interview des Podcast “Gesundheit macht Politik” bezeichnen Sie sich als Kolibri im System. Was genau meinen Sie damit?

 

“Kolibris sind in jeder Hinsicht besondere Vögel. Sie unterscheiden sich in vielen Merkmalen von ihren Artgenossen, vom schillernden Gefieder über ihren akrobatischen Flug bis hin zu ihrem großen Herzen. Auch ich bin nicht systemkonform – mit Erfahrungen aus Wissenschaft, Klinik, Praxis, Öffentlichem Gesundheitssystem und der Ministerialverwaltung, auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Dieser Blick aus verschiedensten Richtungen mit Unterstützung diverser gewachsener Netzwerke kann bei der Lösung mancher Probleme hilfreich sein.”

 

Sie haben im Laufe Ihrer Karriere unzählige Themenschwerpunkte bearbeitet. Welche Themen sind Ihnen persönlich am wichtigsten gewesen und weshhalb?

 

“Inhaltlich scheinen es tatsächlich unterschiedlichste Krankheitsentitäten und inhaltliche Themen zu sein. Allerdings gibt es viele Parallelen. Die HIV infizierten Jungen mit Hämophilie (Bluterkrankung) und die Typ 1-Diabetiker aus der Unikinderklinik sind mir bei den Einschulungsuntersuchungen wieder begegnet, Impfungen waren in der Klinik genauso relevant wie im ÖGD und der BZgA und sind es wieder, ganz aktuell im Rahmen der SARS -CoV 2- Pandemie. Mehr denn je wird dadurch deutlich: Prävention und Gesundheitsförderung schaffen mit allen Aspekten die Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben. Wir sollten so früh wie möglich die Chancen nutzen, zum Wohle des Individuums wie der Gemeinschaft. Frühe Prävention als nachhaltige Strategie kann in letzter Konsequenz den sozialen Frieden sichern.”

 

Welche drei selbst veröffentlichten Publikationen liegen Ihnen besonders am Herzen?

 

“Meine allererste Publikation über die Orbitalphlegmone im Kindesalter von 1982, die Publikationen über ein von unserer Arbeitsgruppe neuentdecktes Krankheitsbild, die Spätform der Vitamin K- Mangelblutung, die Normwerte zum Protein C im Kindesalter und die Medikalisierung der Kindheit. Das sind schon mehr als drei, vor allem aus meinen ersten wissenschaftlichen Aktivitäten an der Uniklinik. Aus dem Bereich der Gesundheitsförderung sind unter anderem die neue und aktualisierte Auflage der deutschen Übersetzung des Standardwerks von Naidoo und Wilms „Gesundheitsförderung“ zu nennen, die Mitarbeit am Standardwerk „Sozialpädiatrie in der Praxis“ sowie die beiden Publikationen „Child Health check ups as an instrument in child welfare „und „Frühe Hilfen- Chancen und Herausforderungen“ (Beides Bundesgesundheitsblatt). “

 

Sie haben schon in verschiedensten Bundesländern gearbeitet, zuletzt in Schleswig-Holstein und jetzt in NRW. Wo hat es Ihnen am besten gefallen und weshalb?

 

“Der Reiz lag nicht nur an den Charakteristika der verschiedenen bundesrepublikanischen Landschaften zwischen Ostseeküste und Schwarzwald, zwischen Freiburg, Hamburg, Kiel, Köln, Berlin und München, sondern vor allem an den unterschiedlichen kontrastierenden Stationen des Gesundheitswesens: Forschungslabor und Praxis, Universität und Gesundheitsamt, Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen und Uniklinik, Landesministerium und Bundesbehörde. Am Ende ist alles Teil des großen ganzen Gesundheitswesens und ein Privileg, nicht nur dessen Theorien oder einzelne Teile kennengelernt zu haben.”

 

Wie stark sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bezogen auf die Verhältnisse in der Gesundheitsförderung und Prävention?

 

“Es gab lange vor dem Präventionsgesetz bereits ein deutliches Gefälle zwischen den Bundesländern, sowohl in der personellen wie der finanziellen Ausstattung der Präventionsinstitutionen. Die Nationalen Gesundheitsziele und das Präventionsgesetz haben zumindest in den Themen wie ansatzweise auch in Standards, Strukturen und Prozessen eine leichte Annäherung geschaffen.”

Arbeitsfeld der BZgA

Sie leiteten eine der größten Behörden Deutschlands, die im Bereich der Gesundheitsförderung und Primärprävention tätig ist. Wie stark unterscheidet sich Ihre jetztige Arbeit von der kommunalen Arbeit in den Gesundheitsämtern?

 

“Die Aufgaben unterscheiden sich fundamental. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat als Behörde im Geschäftsbereich zweier Ministerien und Auftragnehmerin des GKV Spitzenverbands ein breiteres inhaltliches Themenspektrum, oft steuernde und koordinierende Funktion, manchmal auch andere Zielgruppen, Kooperationspartner und Schwerpunkte und als Ressortforschungseinrichtung auch andere Möglichkeiten der Qualitätssicherung komplexer Interventionen. Hierbei unterstützt die BZgA als nationales Public Health- Institut ja gerade die kommunalen Kooperationspartner und Multiplikatoren. Und fördert so breit auch die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung.”

 

Die BZgA bietet Informationen für alle großen Themen der Gesundheitsförderung und Prävention. Gibt es Themen oder Kampagnen, welche Ihrer Ansicht nach noch (stärker) behandelt werden sollten?

 

“Es lohnt sich immer wieder, die lange fokussierten Themenschwerpunkte zu hinterfragen und zu aktualisieren. Psychische Gesundheit, Personalisierte Prävention und Ethik in der Prävention sind sicher zukünftig relevante Themen, genauso wie die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels und der Globalisierung”

 

Die Leitung einer so großen Behörde ist sicherlich herausfordernd. Können Sie uns einen typischen Arbeitstag kurz beschreiben, wie Sie Ihn in den sechs Jahren Ihrer Leistungstätigkeit in der BZgA erlebt haben?

 

“Einen typischen Arbeitstag gibt und gab es nicht. Jeder Tag war anders und bestand aus einem Mix aus Administration, Personalführung, Gremienarbeit, strategischen Fragen und inhaltlicher Planung – und das in Form von virtuellen und Präsenzmeetings mit internen und externen Gesprächspartner*innen. Und dann kamen die zahlreichen Dienstreisen hinzu. Und parallel und spätabends die Mailkommunikation. Jedenfalls waren alle 2190 Tage zu kurz.”

 

Die BZgA bietet auch zahlreiche Informationsmaterialien rund um das Thema Gesundheit. Welche dieser Materialien sind besonders beliebt und von welchen Institutionen/Personen wurden diese häufig angefordert? 

 

“Unter den fast 70 Webseiten sind www.kindergesundheit-info.de und www.familienplanung.de die am meist geklickten Portale. Jetzt in Pandemiezeiten ist es www.infektionsschutz.de. Daneben erfreut sich die Bewegungspackung für ältere Menschen großer Beliebtheit.

 

Nutzerinnen und Nutzer finden sich in der breiten Bevölkerung, aber auch bei Institutionen wie Gesundheitsämtern, KiTas und Schulen, Kliniken und Praxen, Kommunen, Seniorenheimen, Aufnahmeeinrichtungen, Betrieben, Behörden, Beratungsstellen, dem organisierten Sport, dem ÖPNV und vielen anderen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, aber auch zahlreichen Privatpersonen.”

 

Angenommen, Sie dürften jetzt im Fernsehen/Radio spontan auf eines der unzähligen Themen aus dem Gesundheitsbereich aufmerksam machen, welches würden Sie wählen und weshalb?

 

“Das Thema Impfungen liegt mir besonders am Herzen, ist gerade wieder hochaktuell und doch so herausfordernd wie nie, dicht gefolgt von der psychischen Gesundheit. Im Suchtbereich braucht das Thema Alkohol als Zellgift noch stärkere Aufmerksamkeit, von der Schwangerschaft bis ins hohe Alter.”

Aktuelle Gesundheitssituation

Im oben genannten Podcast wurden Sie auch zur Dynamik der Verschwörungstheorien bzgl. Impfung und Aufklärung befragt. Durch Corona wurde diese Bubble größer und diverser. Wie stehen Sie zu den aktuellen Entwicklungen durch Fehlinformation?

 

“Hier hilft nur schonungslose Aufklärung und eine breite Front der seriösen Institutionen, die wissenschaftsfundierte und evidenzbasierte Informationen bieten und ebenso klare Kommunikation über das Nichtwissen und die Halb- und Unwahrheiten. Ich freue mich, dass die BZgA als eine solche nationale Institution in der breiten Bevölkerung präsent ist und als solche wahrgenommen wird. Unter www.infektionsschutz.de informiert sie, wie und wo verlässliche Informationen zu finden und wie seriöse und unseriöse Quellen zu unterscheiden sind.”

 

Momentan ist die Startseite der Website (BZgA) voll mit Informationen über Corona. Finden Sie, andere Themen werden momentan zu stark vernachlässigt? Wenn ja, welche und weshalb?

 

“Natürlich liegt das öffentliche Interesse momentan an allen Fragen rund um „Corona“. „Corona“ ist aber nicht nur SARS-COV-2 und COVID-19, Virologie und Epidemiologie, sondern all die sonstigen Themen, die die BZgA fokussiert: die Auswirkungen der Pandemie auf Kinder und Familie, Frühe Hilfen, Alter, die Themenschwerpunkte psychische Gesundheit (auch im Kontext ökonomischer Nöte) und Sucht- von Alkohol bis illegale Drogen, von Computer bis zum Liebesleben. Deshalb haben wir schon sehr früh in der Pandemie unsere Themenschwerpunkte an die Kampagne #zusammengegencorona anschlussfähig gemacht. Und gleichzeitig haben wir mit klassischer Pressearbeit wie in den Social Media- Kanälen über das gestiegene Interesse am Organspendeausweis, die Notwendigkeit der Blut- und Plasmaspende, die Inanspruchnahme von Früherkennungsuntersuchungen oder erforderliche diagnostische Eingriffe genauso wie über unsere neuen Studienergebnisse zum Rauchverhalten, zum Alkohol- und Cannabiskonsum der Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland informiert. Gesundheit ist ein komplexes und fragiles Konstrukt. Viren können es bedrohen, aber viele weitere Faktoren bleiben genauso relevant. Das bildet sich im Spektrum der BZgA-Themen und Aktivitäten ab, vor, während und nach „Corona“.”

Zum Nachlesen

In dem Lehrbuch werden die Grundlagen, Strategien und Methoden der Gesundheitsförderung mit anschaulichen Beispielen beschrieben. Die aktuelle Ausgabe bezieht sich insbesondere auf die Theorie und Praxis der Gesundheitsförderung in Deutschland.

 

Dieses Werk beleuchtet alle Facetten der Sozialpädiatrie. Angefangen mit den Grundlagen bis hin zu einer konkreten praktischen Umsetzung. Darunter zählen z.B. die Prävention und die Früherkennung von Krankheiten.

 

 

Die Publikation befasst sich mit den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und beschreibt deren Umsetzung und Erfahrungen in den Ländern, anhand von ausführlichen Beispielen.

                                   

 

Diese Publikation beschäftigt sich mit dem Kinderschutz und weist in ihrer Gesamheit auf die Bedeutung der Frühen Hilfen in Deutschland hin.

 

 

 

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