Glossar

Dieses Glossar erklärt Ihnen relevante Begriffe der Gesundheitsförderung!

Wenn Sie einen Begriff nicht kennen, können Sie seine Bedeutung hier nachlesen.

Capacity building

Capacy bulidung Im Kontext der Gesundheitsförderung tauchte der Begriff das erste Mal in der Jakarta-Erklärung „Neue Akteure für eine neue Ära – Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert“ auf. Nach Nickel und Trojan (2020) umfasst Capcity Building Aktivitäten auf den Ebenen: (1) Wissen und Fähigkeiten bei gesundheitsfördernden Aktivitäten, (2) Infrastrukturen zur Gesundheitsförderung in Organisationen und partnerschaftliche Kooperationen in Gemeinschaften. Der Begriff ist eng verwand mit dem dem Begriff “Empowerment”, da beide Ansätze auf das selbe Ergebnis abzielen.

Empowerment

Empowerment befähigt Individuen sowie Bevölkerungsgruppen durch Stärkung individueller Kompetenzen dazu, zunehmend Verantwortung für eigene Entscheidungen zu übernehmen (Stark/Brandes 2016). Ziel ist eine Selbstständigkit, weshalb Empowerment als grundlegende Voraussetzung für gelingende Partizipation, Teilhabe und Gemeinschaftsbildung verstanden wird.
(Gesundheitliche Chancengleichheit o.J.).    

Evaluation

Die Evaluation ist eine Sammelbezeichnung für den systematischen Einsatz von Methoden, die dazu dienen, die Erreichung eines vorab festgelegten Ziels einer Intervention (z.B. Training, Einarbeitungsmaßnahme, Gehaltssystem etc.) nach deren Durchführung zu überprüfen.

Evidenzbasierung

Der Ausdruck der Evidenzbasierung wird im Gesundheitsbereich vor allem im Zusammenhang mit evidenzbasierter Medizin verwendet und bedeutet, dass ein nachgewiesener Zusammenhang bzw. eine nachgewiesene Wirksamkeit vorliegt.

Die  Konferenz von Alma Ata

Die Konferenz von Alma-Ata ist eine internationale Konferenz, welche sich mit der primären Gesundheitsversorgung auseinandergesetzt hat. Sie fand am 12. 09. 1978 in Alma-Ata statt.

Gamification

Gamification (von engl. “game”: “Spiel”) ist die Übertragung von spieltypischen Elementen und Vorgängen in spielfremde Zusammenhänge. Alternative Begriffe im deutschsprachigen Raum sind “Gamifizierung” und “Spielifizierung”.

Ziele von Gamification sind Motivationssteigerung und Verhaltensänderung bei Anwenderinnen und Anwendern. Zu den spieltypischen Elementen gehören Beschreibungen (Ziele, Beteiligte, Regeln, Möglichkeiten), Punkte, Preise und Vergleiche. Zu den spieltypischen Vorgängen zählt die Bewältigung von Aufgaben durch individuelle oder kollaborative Leistungen.

Kohärenzgefühl

Das Kohärenzgefühl (SOC) entstand ebenfalls aus der Theorie der Salutogenese heraus und bezeichnet eine generalisierte Weltanschauung eines Individuums. Diese wird unterteilt in Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Bedeutsamkeit. 
Laut Antonovsky verfügt ein Individuum über ein hohes Kohärenzgefühl,wenn die genannten 3 Prozesse stark ausgeprägt sind.  Dies führt zu einer höheren Widerstandfähigkeit gegenüber Stressoren unseres Alltags.* 


*Natürlich ist die Theorie rund um das Kohärenzgefühl weitaus komplexer, als wir hier beschreiben können.Für weitere Informationen können wir das Buch “Salutogenese” von Anton Antonovsky aus dem Jahr 1997 empfehlen! (ISBN-13: 9783871591365).

Ottawa-Charta

Die Ottawa Charta fand im November 1986 in Ottawa statt. Dort wurde eine Charta mit dem Ziel zu aktivem Handeln für das Ziel „Gesundheit für alle“ bis zum Jahr 2000 und darüber hinaus aufzurufen verabschiedet. Die Konferenz verstand sich in erster Linie als eine Antwort auf die wachsenden Erwartungen an eine neue öffentliche Gesundheitsbewegung.

Salutogenese

Die Theorie der Salutogenese basiert auf dem Werk des Wissenschaftlers Aaron Antonovsky. Hierbei wird die Frage gestellt, welche Faktoren es Menschen ermöglichen, gesund zu bleiben, auch wenn sie lebenskritische Ereignisse erleben mussten. 
Seine Theorie brachte eine neue Anschauung von Gesundheit und Krankheit hervor, in welcher anstelle einer Dichotomie mit nur zwei Ausprägungen ein Gesundheits- und Krankheitskontinuum herrschen soll. Die Übergänge zwischen Gesundheit und Krankheit werden so also nicht mehr als statische Zustände angesehen, sondern als ineinander fließend. 

Präventionsgesetz

Das im Juli 2015 vom Bundestag verabschiedete „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention“ verpflichtet die gesetzlichen Sozialversicherungsträger und den Öffentlichen Gesundheitsdienst zu einer gemeinsamen Präventionspolitik auf Basis gemeinsamer Gesundheitsziele.  Für die Arbeit in der Gesundheitsförderung besonders richtungsweisend ist die neu entwickelte Nationale Präventionsstrategie. In diesem Rahmen wird die Bundesrahmenempfehlungen formuliert, welche wiederum in Landesrahmenvereinbarungen berücksichtigt werden müssen. 

Partizipation

Partizipation soll  die Beteiligung der Bevölkerung an der Entstehung gesundheitsförderlicher und präventiver Angebote sicherstellen.
Dies beinhaltet die Einbeziehung der individuellen Erfahrungen und Perspektiven verschiedener Dialoggruppen, um bedarfsgerechte Angebote zu implementieren. 
Um Partizipation zu beschreiben, wird beispielsweise das Stufenmodel nach Wright verwendet (Gesundheitliche Chancengleichheit o.J.; Wright 2016).  

Public Health Action Cycle

Der Public Health Action Cycle ist ein gesundheitspolitischer Aktionszyklus, welcher den aus der Politikwissenschaft stammenden Policy Cycle auf gesundheitspolitische Projekte und Prozesse überträgt und weiterentwickelt. Der Gesundheitspolitische Aktionszyklus gliedert die Intervention in vier Phasen: 1. die Definition und Bestimmung des zu bearbeitenden Problems (Problembestimmung), 2. die Konzipierung und Festlegung einer zur Problembearbeitung geeignet erscheinenden Strategie bzw. Maßnahme (Strategieformulierung), 3. die Durchführung der definierten Aktionen (Umsetzung) sowie 4. die Abschätzung der erzielten Wirkungen (Bewertung). Wird das Ergebnis der Bewertung mit der ursprünglichen Problembestimmung in Beziehung gesetzt, so kommt es zu einer neuen Problembestimmung. Dann kann der Zyklus von Neuem beginnen und wird zur Spirale. Zu beachten ist allerdings, dass es sich dabei um einen Idealtypus handelt, der in der Realität zumeist weder Interventionen der Gesundheitspolitik noch irgendeiner anderen Politik entspricht.

Fachliche Texte oder Beiträge kommen selten ohne die Erwähnung von Theorien oder Fachbegriffen aus. Wer (noch) nicht mit Gesundheitsförderung vertraut ist, kann hierbei schnell ins Straucheln geraten. Deshalb war es uns beim Erstellen dieser Webseite wichtig, neben den Beiträgen auch ein Glossar zu erstellen. Hier finden Sie eien Auswahl von Begriffen, die zum Verständnis einzelner Fragen und Antworten unserer "Faces of Health Promotion" beitragen können. Sie können sich das Glossar vor dem Erkunden der Beiträge ansehen oder sich über die verlinkten Begriffe im Beitrag leiten lassen!

Dieses Glossar wird kontinuierlich erweitert.

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